[Rezension] Skylark - Der eiserne Wald (Meagan Spooner)



Infos zum Buch:
Originaltitel: Skylark #1
Autor/in: Meagan Spooner
Seiten: 448
Verlag: Heyne fliegt (Juni 2014)
ISBN: 978-3-453-26822-7
Preis: 13,90€ (KB)
Genre: Jugendbuch, Fantasy, (Dystopie)
Reihe: "Skylark"-Trilogie
  1. Skylark - Der eiserne Wald
  2. "Shadowlark" (eng., erscheint hier ?)
  3. "Lark Ascending" (eng., erscheint 9.Okt in USA)


Klappentext:
Lark lebt in einer Welt, die nur durch eine Mauer vom sagenumwobenen Eisernen Wald getrennt ist. Innerhalb der Mauern haben die Menschen eine hoch entwickelte Zivilisation aufgebaut, zu der jeder seinen Teil beiträgt. Lark, die über magische Fähigkeiten verfügt, kann es kaum erwarten, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen, sobald sie sechzehn ist. Als sie allerdings entdeckt, was genau sie nach ihrem Geburtstag erwartet, fasst sie einen unglaublichen Entschluss: Sie flieht in die Wildnis jenseits der Mauer, in deren Dunkel Gefahren lauern, von denen sich die Menschen nur hinter vorgehaltener Hand erzählen. Doch Lark ist nicht allein. Andere haben vor ihr bereits den Schritt gewagt. Jeden Tag riskieren sie aufs Neue ihr Leben für ihren großen Traum: Freiheit.

Meine Meinung:
Das Cover ist traumhaft schön und passt wunderbar zur Geschichte. Man ahnt gleich, dass die Story magisch sein muss und "Der eiserne Wald" kein normaler Wald ist. Ich vermutete vor dem Lesen, dass es sich um ein Feenvolk handeln könnte, also klassische Fantasy. Doch wie so oft in diesem Buch, lag ich vollkommen daneben und wurde von etwas Neuem überrascht.

Der Anfang hat es bereits in sich. Wir werden direkt in eine sehr sonderbare Situation in einer noch sonderbareren Welt ausgesetzt. Unsere Protagonistin Lark befindet sich mitten in der Nacht in einem unterirdischen Geheimgang zur Schule. Sie muss unbedingt wissen, ob sie endlich auf der Liste steht. Die Liste mit den Namen der Kinder, die geerntet werden können und damit einen großen Beitrag zur Gesellschaft leisten und von da an als Erwachsene gelten. Lark ist schon 16 und wurde noch nicht geerntet, während manche Kinder schon mit fünf so weit sind, was Lark natürlich frustriert. Die Menschen leben hinter einer Mauer aus "Ressource", die Bezeichnung der nebelartigen und summenden Energie, die in dieser Welt herrscht. Hinter dieser Mauer sind ungekannte Monster und Gefahren. Jeder Mensch trägt von Geburt an etwas Ressource in sich und diese wird im jungen Alter "geerntet" und der Stadt gespendet. Die ganze Stadt ist vollkommen mechanisiert und die vielen Maschinen funktionieren nur durch die Ressource.

Lark findet die Liste - und wieder ist ihr Name nicht dabei. In der gleichen Nacht wird sie von einem Kobold (insektenartige, kleine, fliegende Maschinen, wodurch die Augen der Regierung überall sind) angegriffen, doch sie kann ihm entkommen. Am nächsten Tag wird sie jedoch urplötzlich zur Ernte gerufen...

Obwohl der Anfang sehr spannend geschrieben ist, hatte ich zunächst nur Fragezeichen im Kopf. Was die Ressource eigentlich ist, wird nur nach und nach vage beschrieben. Es kommt sehr oft vor, dass der Leser zuerst ins kalte Wasser geworfen wird und selbst danach nur eine vage Aufklärung bekommt. Das World Building ist sehr schwach. Es wird von Kriegen gesprochen, von einer Welt, die aufgebraucht und geschwächt ist und von einer Vorkriegszeit mit ganz anderen Umständen, aber nie kann man sich als Leser sicher sein, ob das auch wahr ist, denn immer sind es nur vage Vermutungen.
Zitat: " 'Wie hast du das gemacht?', hauchte ich.
Basil lächelte breit. 'Magie.'
Mir klappte die Kinnlade herunter.
[...]
Er zwinkerte, strich mir leicht über das Kinn und schob meinen Mund wieder zu. 'Es ist in Ordnung, dieses Wort auszusprechen, weißt du. Das ist es nun einmal. Und sie glauben, sie könnten es kontrollieren - uns kontrollieren -, aber sie täuschen sich.'
" (Seite 28)
Bei Lark weiß ich immer noch nicht, was ich von ihr halten soll. Mir fehlte bei ihr vor allem ihr Hintergrund. Gerade am Anfang habe ich mich ständig gefragt, wie eigentlich ihr Verhältnis zu ihren Eltern war oder wo sie überhaupt waren, denn sie werden zwar erwähnt, doch niemals kommen sie aktiv vor. Stattdessen lesen wir von Caesar, Larks ältesten Bruder, der nun als Regulator arbeitet und praktisch das Gegenteil von Basil ist, der etwas jünger ist als Caesar. Basil hatte sich mit anderen Leuten freiwillig beim Institut gemeldet und wurde jenseits der Mauer ausgesandt, um die Welt auszukundschaften. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Man vermisst Larks bisherige Vergangenheit und ihr ganzes soziales Umfeld, denn Caesar und Basil bleiben nämlich sehr flach.

Die Autorin ist sehr auf das Jetzt konzentriert. Ich fand es einerseits super, wie genau und detailliert die Handlung, also Larks sämtliche Eindrücke, Erfahrungen und ihre Reise beschrieben werden, doch andererseits störte es mich mit jeder Seite mehr, wie wenig ich eigentlich von Lark selbst wusste. Ich konnte mich nicht in sie hineinfühlen, eben weil sie mir so fremd erschien und das obwohl die Geschichte aus ihrer Sicht in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt wird. Der Schreibstil von Frau Spooner ist ansonsten sehr gut. In dieser neuen Welt gibt es auch viele neue und bisher unbekannte  Dinge, die die Autorin bildhaft beschreibt, wobei der Leser aber immer den Freiraum hat, seine eigene Fantasie mitspielen zu lassen. Ich fand es genial, wie ich die Umgebung zu jeder Zeit präsent im Kopf hatte.

Die einzigartige Mischung von Magie und Technik fand ich unheimlich interessant und fasznierend. Es gibt eine maschinelle Sonne, die knarrt und summt und es gibt sogar ein paar "Tiere", die vollkommen aus Metall bestehen und durch die Ressource zum Leben erweckt werden. Ein bisschen erinnerte mich das alles an das Genre Steam Punk gewürzt mit Magie. Auf Larks Flucht erfährt man außerdem, was wiederum die Ressource/Magie mit der Natur angestellt hat. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt! Diese Welt ist voll von Überraschungen und absolut unvorhersehbar für mich gewesen - einfach grandios!

Das Buch ist teils futuristisch, teils fantastisch und ein bisschen auch dystopisch ausgerichtet. Eine gewagte, aber interessante Mischung. Alles in allem fand ich die die Idee super, aber die Umsetzung hätte noch ein wenig besser sein können. Die Handlung ist rasant, wunderbar unvorhersehbar und birgt am Ende einige Überraschungen, doch insgesamt fehlte mir die Tiefe, was die Protagonistin Lark oder das World Building angeht. Die dunkle Atmosphäre der Geschichte mit all ihren Monströsitäten ist wiederum sehr spannend, beängstigend und fesselnd - ein großes Lob! Ich werde diese Reihe definitiv weiterlesen, kann sie aber leider nicht uneingeschränkt weiterempfehlen.

Fazit:
3,5 von 5 Punkten! :)
Unvorhersehbar und originell, jedoch ohne Tiefe.

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