[Rezension] Ewiglich die Liebe (Brodi Ashton)

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Infos zum Buch:
Originaltitel: Evertrue #3
Autor/in: Brodi Ashton
Seiten: 352
Verlag: Oetinger (Mai 2014)
ISBN: 978-3-7891-3042-7
Preis: 17,95€ (HC)
Genre: Jugendbuch, Fantasy, Romance
Reihe: "Ewiglich" - Trilogie
  1. Die Sehnsucht
  2. Die Hoffnung
  3. Die Liebe

SPOILERWARNUNG! Es handelt sich hier um den letzten Band einer Reihe!

Klappentext:
Nikki hat einen hohen Preis zahlen müssen, um Jack zu retten: der Ewigliche Cole hat sich durch eine List ihres Herzens bemächtigt. Noch immer sieht er in ihr seine Persephone, die Herrscherin der Unterwelt. Während Nikki und Jack alles daran setzen, das Herz zurückzugewinnen, bereiten Cole und seine Freunde sich darauf vor, den Kampf um die Herrschaft des Ewigseits zu gewinnen.

Meine Meinung:
Das Cover ähnelt wieder stark seinen Vorgängern und man erkennt sofort, dass die Bände zusammen gehören. Statt einer Frucht, hängt oben nun ein Orchideenast, was aber keinen tieferen Zusammenhang mit der Geschichte hat.

Jack und Nikki sind endlich wieder vereint, doch schon müssen sie sich dem nächsten Hindernis stellen: Nikki befindet sich, nachdem sie sich im Ewigseits drei Mal von Cole genährt hat, mitten in der Verwandlung zu einer Ewiglichen. Jedoch würde sie lieber sterben, als sich von irgendeinem ahnunslosen Spender hundert Jahre lang zu nähren, nur um selbst zu überleben. Cole hat zudem auch noch ihr Oberweltherz gestohlen und hat Nikki somit unter seiner Kontrolle. Sein Plan ist es Königin Adonia zu stürzen und Nikki stattdessen zur Königin zu machen und mit ihr gemeinsam das Ewigseits zu beherrschen. Nikki will einfach nur wieder ein normales Leben führen, doch dafür braucht sie ihr Herz zurück und muss wieder sterblich werden. Jack und Nikki fassen einen Plan: sie wollen das Ewigseits ein für alle Mal zerstören.

In den ersten Kapiteln findet der Leser auf indirekte Art und Weise eine grobe Zusammenfassung der vorherigen Ereignisse. Das fand ich als Einstieg schonmal gut und praktisch.

Leider kamen mir die ersten zwei Drittel des Buches sehr langatmig und zäh vor, denn im Grunde passiert nicht viel, bzw. die Handlung konnte mich einfach nicht mitreißen. In den ersten 125 Seiten geht es hauptsächlich darum, dass die Zeit rast, weil Nikki immer schwächer wird und bald sterben könnte, dass Jack und Nikki sich unendlich lieben und dass sie Cole von ganzem Herzen hassen, der Nikki als Besitzer ihres Oberweltherzes als Einziger am Leben halten kann. Im zweiten Drittel kommt ein bisschen Schwung in die Sache, doch noch immer konnte mich die Story einfach nicht fesseln. Außerdem hatte der Plan, das Ewigseits zu stürzen, meiner Ansicht nach weder Hand noch Fuß und es war ziemlich unrealistisch, als sich die Puzzlestücke später wie von selbst zusammenfügen...

Vielleicht liegt es an den unzähligen und aufdringlichen Zuneigungsbekundungen zwischen Jack und Nikki. Nachdem man Band 1 und 2 gelesen hat, ist denke ich eins kristallklar geworden: Jack liebt Nikki und Nikki liebt Jack. Warum also kommt die Autorin immer und immer wieder darauf zurück, obwohl das schon längst geklärt ist? Um ganz ehrlich zu sein, hat es mich irgendwann nur noch genervt, wenn sich die beiden mal wieder umeinander Sorgen machten oder förmlich aneinander klebten. Bei den Küssen hat sich die Autorin noch nicht mal mehr die Mühe gemacht, es aufregend oder bedeutungsvoll zu beschreiben, sondern handelt diese genauso leidenschaftslos ab, wie der Rest dieser langweiligen Liebesbeziehung, die früher mal so voller Sehnsucht, Hoffnung und Stärke war und mich wirklich berühren konnte. Nun überwiegt nur noch der Hass auf Cole, die Angst vor dem Scheitern und Pessimismus und es ist immer einfach viel zu kitschig und melodramatisch.

Generell musste ich erschrocken feststellen, wie oberflächlich und flach alle Charaktere in diesem finalen Band der Reihe wirken. Da sind plötzlich keine echten Gefühle mehr. Dies verstärkt sich, als eine der Hauptfiguren urplötzlich das Gedächtnis verliert und auf einmal ein ganz anderer Mensch wird. Was genau hat sich die Autorin bei dieser Wendung gedacht? Zum Glück war der Schreibstil noch genauso flüssig und leicht zu lesen, wie in den vorigen Bänden. Wenn der Schreibstil nicht so gut gewesen wäre, hätte sich die Handlung wahrscheinlich bis ins Unendliche gezogen. Die Geschichte wird wie auch schon zuvor durchgehend in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt, doch obwohl es aus Nikkis Perspektive geschrieben ist, gibt es eine immerwährende Distanz zwischen der verschlossenen Protagonistin und dem Leser. Man erfährt zwar, dass sie Dinge tut und handelt, doch ihre Gefühle dabei kommen, mit seltenen Ausnahmen, nicht zum Vorschein. So wirkt sie überwiegend irgendwie "passiv".

Das letzte Drittel war dann erheblich spannender und actionreicher, obwohl ich das Gefühl nie loswurde, dass das Ende zu schnell und zu lieblos vonstatten ging. Nachdem die Autorin einem wichtigen Charakter das Gedächtnis und somit auch die Persönlichkeit nimmt, fehlt der Geschichte einfach etwas Entscheidendes. Die Story verliert an Glaubwürdigkeit und trotz der nun endlich aufkommenden Spannung, konnte es mich immer noch nicht ganz in den Bann ziehen. Was ich wiederum gut fand, ist der endgültige Abschluss am Ende des Buches. Der finale Band dieser Trilogie ist insgesamt aber leider sehr viel schwächer gewesen, als seine Vorgänger, dabei war es so vielversprechend als Band 2 sogar noch besser war als Band 1. Fans der Reihe können aber trotzdem weiterlesen, einfach nur um damit abzuschließen.

Fazit:
2 von 5 Punkten! :(
Ein sehr enttäuschendes Finale einer zuvor vielversprechenden Trilogie!

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