[Rezension] So nah und doch so fern (Ann Brashares)


Infos zum Buch:
Originaltitel: My Name is Memory
Autor/in: Ann Brashares
Seiten: 389
Verlag: carl's books (Juni 2013)
ISBN: 978-3-570-58517-7
Preis: 14,99€ (KB)
Genre: Romance, Esoterik
Einzelband!


Klappentext:
Nur ganz wenige Menschen verfügen über die Gabe, sich an ihre früheren Leben zu erinnern. Daniel ist einer von ihnen. Sein Gedächtnis reicht viele Jahrhunderte, viele Leben zurück – und er erinnert sich an eine junge Frau, die er einst unglücklich geliebt hat. Nach jeder Rückkehr in eine neue Existenz begibt er sich auf die Suche nach ihr, bis er im heutigen Virginia auf Lucy trifft. In ihr erkennt er seine schicksalhafte Liebe wieder. Für Lucy aber ist Daniel ein völlig Fremder, auch wenn sie sich auf unheimliche Weise zu ihm hingezogen fühlt. Und beide ahnen nicht, dass ein dunkler Schatten aus der Vergangenheit ihre gemeinsame Zukunft bedroht.

Meine Meinung:
Ein sehr schönes und zartes Cover lädt zum Lesen von "So nah und doch so fern" ein. Rosa Blütenzweige auf klarem und blauem Hintergrund. Das Bild wirkt durch die Farben sehr frisch und gleichzeitig straht es eine Art Ruhe aus, was der Titel ebenfalls verstärkt. Ich sehe keinen direkten Bezug zur Geschichte, was ich aber auch nicht weiter schlimm finde. Der Titel hingegen passt wunderbar!
Zitat: "Ich lebe seit mehr als tausend Jahren. Ich bin oft gestorben. Wie oft, habe ich vergessen. Mein Gedächtnis ist ungewöhnlich gut, aber es ist nicht perfekt. Ich bin ein Mensch." (Daniel - Seite 7)
Wenn ein Buch mit diesen Worten anfängt, ist das Interesse schonmal entfacht. Mir war vorher bewusst, dass es in diesem Buch um das Thema Wiedergeburt geht und obwohl ich nicht daran glaube, wollte ich dieses Buch lesen.

Einer der beiden Protagonisten heißt Daniel. Schon auf den ersten Seiten trägt sein Charakter dazu bei, dass die Geschichte eine schwere, traurige Stimmung umgibt. Er kann sich nicht ganz genau erinnern, aber seine Seele "lebt" ungefähr schon seit dem Jahr 520 nach Christus. In jedem Leben will er Daniel genannt werden, denn sein Name und seine Erinnerungen sind das einzig Beständige in seinen vielen Leben in verschiedenen Körpern, in verschiedenen Situationen und in verschiedenen Zeiten. Aber für einen Menschen, der so gesehen nie stirbt, wird das Leben sehr zäh. Er weiß nicht wieso er sich erinnern kann, aber eins weiß er: Sophie ist die Liebe seines Lebens. Jedes Leben verbringt er damit sie zu suchen, aber sie - in diesem Leben mit dem Namen Lucy - kann sich nicht wie er an ihre früheren Leben erinnern. Wie also soll er sie ansprechen, als er sie in seiner High School wiederfindet?
Zitat: "In seinem Blick lag in diesem Moment etwas, als wäre er der einsamste Mensch auf der ganzen Welt." (Lucy - Seite 9)
Von Anfang an fühlt sich unsere zweite Protagonistin Lucy von Daniel angezogen, da er ganz anders auf sie wirkt, als alle anderen Typen. Ihre beste Freundin Marnie weist sie darauf hin, dass Daniel ihr dagegen nicht so viel Aufmerksamkeit schenkt, sondern generell eher abweisend und introvertiert wirkt. Lucy selbst erschien mir einfach zu blass. Selbst direkt nach dem Lesen des Buches konnte ich ihr keine besonderen Charakterzüge zuordnen.

Der Schreibstil erschwerte mir am Anfang den Einstieg in die Geschichte. Am Anfang gibt es einen Prolog aus der Sicht von Daniel in der Ich-Form und in Gegenwart. Danach geht es in der Er-/Sie-Form abwechselnd aus der Sicht von beiden Protagonisten weiter. Die Kapitelüberschriften gaben immer nur den aktuellen Handlungsort und die Jahreszahl wieder, aber man konnte auch so schnell feststellen, aus welcher Sicht nun erzählt wurde. Dann gibt es noch viele Kapitel von Daniels älteren Leben, die weit in die Vergangenheit reichen und wo er in Ich-Form über seine Erlebnisse spricht. Obwohl mir der Schreibstil nicht besonders gefallen hat, habe ich das Buch erstaunlich schnell gelesen.

Leider überwiegen meine negativen Kritikpunkte die positiven. Dadurch, dass Daniel anscheinend große Hemmungen hat, zur Tat heranzuschreiten, zieht sich vor allem der Anfang und der Mittelteil unheimlich in die Länge. Die Stimmung ist durchgehend bedrückend und irgendwie "leer", weil Daniel selbst nicht gerade eine Lebensfreude ausstrahlt. Lucy ist als Charakter insgesamt einfach zu flach und zu durchsichtig gewesen. Die Idee war echt gut und man hätte viel daraus machen können, aber ich fand diese Umsetzung leider nicht zufriedenstellend. Es gibt viel zu viele Kapitel mit Daniels früheren Leben, die letztendlich eigentlich überflüssig waren. Stattdessen hätte es viel (!) mehr Lucy und Daniel geben sollen, was mir auch am meisten in dieser Geschichte gefehlt hat.

Das Ende wirkt völlig fehl am Platz. 4/5 des Buches geht die Handlung ziemlich langsam voran, was ich in diesem Fall nicht unbedingt schlecht fand. Am Ende geht plötzlich alles total schnell und noch dazu sehr unauthentisch vonstatten. Das Finale ist eher enttäuschend und in dem Augenblick, wo alles gut zu sein scheint, wird nochmal alles umgeworfen und viele Dinge bleiben offen. Leider kann ich dieses Buch also nur eingeschränkt weiterempfehlen und gebe dem Buch die halbe Punktzahl.

Fazit:
 
2,5 von 5 Punkten!
Leider nicht mein Fall, aber trotzdem nicht schlecht!

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