[Rezension] Timeless - Schatten der Vergangenheit (Alexandra Monir)



Infos zum Buch:
Originaltitel: Timekeeper
Autor/in: Alexandra Monir
Seiten: 304
Verlag:  Heyne (Juni 2013)
ISBN: 978-3-453-26759-6
Preis: 14,99€ (HC)
Genre: Jugendbuch, Zeitreise, Romance
Reihe: "Timeless"-Dilogie
  1. Timeless
 1.5 (eng.) Secrets of the Time Society (eNovelle)
  2. Schatten der Vergangenheit

Vorsicht! Band 2 einer Dilogie!

Klappentext:
Michele liebt Philip, und Philip liebt Michele – die Sache hat nur einen Haken: Er lebt als Musiker im New York des Jahres 1910 und sie in der Gegenwart. Doch eines Tages taucht Philip in Micheles Highschool auf, und alles gerät aus den Fugen. Hat ihre Liebe, die gegen die Gesetze des Universums verstößt, eine Chance?

Meine Meinung:
Ich bin heilfroh, dass der Verlag das Cover vom zweiten Band nicht wieder vom Original übernommen hat, denn das englische Cover sieht einfach grauenhaft aus. Die Kreation vom Heyne Verlag ist dagegen so zauberhaft, wie der erste Band und ich habe mich mit dem ersten Blick verliebt. Es handelt sich um die gleiche Frau von Band 1 und die Farben schwanken zwischen Lilatönen und Weiß, was mir sehr gefällt. Die Schlüsselkette sieht leider arg unecht aus, aber mich stört das nicht sehr. Besonders schön ist die magisch aussehende Uhr oben rechts. Alles in allem sehr gelungen!

Ich hatte etwas Angst nicht wieder in die Geschichte hineinzukommen, da tatsächlich mehr als ein ganzes Jahr vergangen ist, seitdem ich Band 1 gelesen habe. Doch schon nach einigen Seiten stellte ich fest, dass ich mich sehr gut an die letzten Ereignisse erinnern konnte (was wohl daran liegen wird, dass ich Band 1 geliebt habe!) und am Anfang des Buches auch überall versteckte Hinweise und kleine Erinnerungen sind, sodass ich wirklich schnell wieder hinein kam.

Alexandra Monirs Schreibstil ist wie auch beim Vorgänger etwas wirklich Besonderes; flüssig, harmonisch, voller Gefühl, bidhaft, berührend und irgendwie musikalisch. Vielleicht liegt es daran, dass die Autorin selbst Songs schreibt und singt, aber ihre Worte haben für mich immer einen ganz besonderen Klang und irgendwie berühren sie mich im Herzen. Sie schafft es den Leser voll und ganz zu fesseln und ich hatte das Buch in wenigen Stunden durchgelesen. Ihre blumige/leidenschaftliche Wortwahl ruft bei mir ein solches Kopfkino hervor, wie ich es selten beim Lesen erlebe. Die Story wird aus verschiedenen Perspektiven, meistens jedoch aus Micheles Sicht, in Sie-/Er-Form und in Vergangenheit erzählt. Etwas später gibt es auch ein paar Tagebucheinträge, die dann ich Ich-Form sind, was ich sogar noch besser fand, weil ich mich sehr gut in "die Person" (möchte nicht spoilern) hineinversetzen konnte. Doch auch sonst bestand immer eine enge Verbindung zwischen Charakter und Leser.

Die ganze Buchreihe ist unheimlich geprägt von Musik und den architektonischen/technischen Entwicklungen der Menschheit. Es war immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis, wenn Michele eine ihrer Zeitreisen beginnt und ihre ersten Eindrücke beschreibt, sodass sich in mir regelrecht ein Fernweh, nein, ein "Zeitweh" entwickelte. Diese Momente habe ich fast am meisten an dieser Geschichte genossen, denn genau diesen besonderen Reiz üben Zeitreise-Romane für mich einfach aus.
Zitat: "Sie hörte das Tuckern einer Eisenbahn, das Rumpeln altmodischer Autos und den melodischen Tonfall von Stimmen, die sich so kultiviert ausdrückten, als spielten sie in einem Theaterstück mit. Langsam drehte sich Michele um, und ihre Augen wurden immer größer.
Pompöse Wagen rollten durch die Straßen, und der Unterschied zu den Modellen aus dem 21. Jahrhundert, die Michele gewöhnt war, hätte nicht größer sein können - von einem türkisen Cadillac mit weißem Dach bis hin zu einem braunen, offenen Buck, der an eine Postkutsche erinnerte. Die Männer am Steuer trugen Anzüge mit Krawatten und Hüte mit Krempen, während die Frauen neben ihnen Puffärmelblusen und kleine, asymmetrische Hüte trugen.
"
(Seite 68-69)
Nach dem ersten Band, der mich mit dieser dramatischen, leidenschaftlichen und unmöglichen Liebesgeschichte zwischen Michele und Philip vollkommen für sich gewinnen konnte, hatte ich natürlich große Hoffnungen und hohe Erwartungen, dass es genauso fantastisch mit dieser Reihe weitergeht. Und ich wurde nicht enttäuscht! Jedoch muss ich unbedingt anmerken, dass die Liebesgeschichte hier nicht halb so dominant war wie im Vorgänger. Und doch konnte mich das Buch voll und ganz fesseln!

Warum? Die Autorin hat wohl ganz bewusst einen anderen Schwerpunkt für diese Fortsetzung gewählt, was ich einfach perfekt finde. Es geht in diesem Band nämlich vordergründig um Micheles Herkunft und Familiengeschichte, die sie jetzt aus der Vergangenheit heraus heimsucht. Es war ein grandioses Lesevergnügen mit Michele zusammen die Puzzleteilchen aus der Vergangenheit zu finden und zusammenzufügen, bis am Ende etwas Unglaubliches entstand. Die Situation spitzt sich zum Ende hin immer weiter zu, bis hin zu einer Spannungsexplosion, die es in sich hat.

Dazu kommt natürlich noch der unglaubliche Umstand, dass Philip Walker, der begabte Musiker, in den sich Michele im Jahre 1910 verliebte, urplötzlich in Micheles Gegenwart in 2010 auftaucht und sich anscheinend nicht an Michele erinnern kann. Er heißt genau so, sieht haargenau so aus und er ist ein unfassbar talentierter Klavierspieler - genau wie der Philip Walker aus 1910. Wie kann das sein? Ist ihre Liebe so stark, dass sie das Unmögliche möglich macht? Eine tolle Fortsetzung mit einem halbgeschlossenen Ende. Denn vieles bleibt recht offen, obwohl die wesentlichen Dinge aufgeklärt werden, aber ich habe das Gefühl, dass es in dieser Story noch viel ungenutztes Potenzial liegt. Es gibt keine Informationen, ob dies der endgültige Abschluss ist, oder ob noch weitere Fortsetzungen folgen und ich hoffe sehr, das Letzteres wahr ist. ;)

Fazit:
5 von 5 Punkten! :)
Wieder absolut grandios!

Kommentare:

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