[Rezension] Boy 7 - Vertraue niemandem. Nicht einmal dir selbst. (Mirjam Mous) (Hörbuch)



Infos zum Hörbuch:
Autor/in: Mirjam Mous
Sprecher/in: Julian Greis
Leicht gekürzte Lesung
Hörbuch/Audiobook: 4 CDs
Spieldauer: ca. 290 Min.
Verlag: Hörcompany
ISBN: 978-3-942587-32-7
Preis: 16,95 €
Genre: Thriller, Jugendhörbuch
Hörprobe: Hier klicken!

Einführung:
Traue niemandem. Nicht einmal dir selbst.
Stell dir vor, du kommst auf einer glühend heißen kahlen Grasebene zu dir und weißt weder, wohin du unterwegs bist, noch, woher du kommst oder wie du heißt. Die einzige Nachricht auf deiner Mailbox stammt von dir selbst: „Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei.“

Sprecher:
Der Schauspieler Julian Greis wurde 1983 in Hattingen geboren, studierte an der Schauspielschule in Stuttgart und spielt als Gast u.a. am Düsseldorfer Schauspielhaus. Er ist Ensemblemitglied im Hamburger Thalia Theater. Im Hörspiel "Tschick" übernahm er bereits eine Hauptrolle.

Meine Meinung:
Zur äußeren Gestaltung kann ich sagen, dass sie schonmal sehr dramatisch und "thrillermäßig" rüberkommt und sie sehr gut zur Geschichte passt. Hauptsächlich ist ein Gesicht von einem Jungen zu sehen, das stark kontrastiert wurde, sodass Details wegfallen und das Bild nur die dunkelsten Pigmente betont. Dabei fallen die Augen besonders auf, die eine gewisse Leere vorweisen. Ich finde es vor allem gut, dass alles, bis auf den Titel "Boy 7", in schwarz-weiß ist und so deutlich wird, dass nur der Name "Boy 7" ein Anhaltspunkt für den Protagonisten darstellt, der vollkommen orientierungslos ist und nun verzweifelt nach Antworten sucht.

Bei einem solchen Thriller ist es besonders schwer den eigenen Eindruck und den Inhalt darzustellen, ohne viel zu spoilern. Ein Junge wacht auf einer Wiese auf und kann sich nicht mehr an seine Identität und Vergangenheit erinnern. An all seiner Kleidung und an dem Rucksack steht nur ein Name: "Boy 7". Der Junge erschließt sich daraus, dass er so heißt. In einem Rucksack findet er viele Dinge, mit denen er nichts anfangen kann, aber darunter ist auch ein Handy. Voller Hoffnung inspiziert er das Handy, findet darauf allerdings nichts, als eine einzige Mailbox-Nachricht, die von ihm selbst ist. "Was auch passiert, ruf auf keinen Fall die Polizei." Geschockt und vollkommen verwirrt von seinem Zustand und von der Nachricht, wird er kurz darauf von einer Frau aufgegabelt. Boy 7 erzählt ihr eine Lügengeschichte und die Frau nimmt ihn für eine kurze Zeit bei sich auf. Und damit fängt die rasante Jagd nach seiner Identität an. Boy 7s einziger Anhaltspunkt ist das Handy und die Nummer, von der er sich selbst angerufen hat.

Die Thematik fand ich einfach deshalb besonders faszinierend, da ich mir Boy 7s Situation wirklich schrecklich vorstelle. Meine gesamte Vergangenheit ausgelöscht und keinen blassen Schimmer, woher ich komme, wie ich heiße, wer meine Familie ist, wie ich aussehe und wer ich bin... ist das nicht eine unglaublich traurige Vorstellung? Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass es der Geschichte an Tiefe mangelt und das man hier und dort ein paar Szenen hätte ausbauen sollen. Abgesehen von Boy 7 bleiben die Nebencharaktere sehr oberflächlich und obwohl die Story wirklich spannend und actionreich gestaltet war, blieben einige Ereignisse vorhersehbar.

Und trotzdem hat mich die Geschichte irgendwie in den Bann gezogen. Das wird wahrscheinlich zum Großteil an der Sprache, dem Schreibstil und an dem Sprecher Julian Greis liegen, die allesamt wirklich super waren. Zwar hat es mich manchmal gestört, dass der Sprecher dazu neigt, mal sehr leise zu sprechen und dann wieder etwas lauter, sodass ich beim Hören oft die Lautstärke ändern musste, aber in allen anderen Aspekten kann ich ihn nur loben! Julian Greis verkörpert Boy 7 und seine Gedanken einfach perfekt und seine Stimmfarbe passt einfach wie angegossen zu dem Protagonisten, wie ich ihn mir vorgestellt hatte und man kann ihm unheimlich gut zuhören. Er erzählt die Geschichte mit voller Inbrunst und Authentizität, sodass man an seinen Lippen hängt. Zwar hat mir seine Interpretation von ein paar anderen Charakteren weniger gefallen, da er dann oft nasal klingt und ich die Stimmen nicht mehr auseinander halten konnte, aber insgesamt war alles recht übersichtlich. Großes Kompliment!

Insgesamt war das Hörbuch wirklich spannend und unterhaltsam. Die Handlung war rasant und schön aufgebaut, leider auch vorhersehbar und doch konnte mich der Sprecher in den Bann ziehen. Die Thematik lässt den Hörer über seine eigene Identität nachdenken und auch darüber, ob solche Fälle wie Boy 7 in unserer realen Zukunft passieren könnten und das fand ich wirklich interessant. Das Ende fiel für mich ein kleines bisschen zu "einfach" aus, aber insgesamt kann ich dieses Hörbuch wirklich weiterempfehlen!

Fazit:
4 von 5 Punkten!

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