[Rezension] Zwischen dir und mir (Lino Munaretto)

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila/441_30831_128120_xxl.jpgInfos zum Buch:
Autor/in: Lino Munaretto
Preis: 8,99€ (TB)
Seiten: 288
Verlag: Cbt

Klappentext:
Die 15-jährige Lisa und der 17-jährige Alex haben auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Während das hübscheste Mädchen der Schule aus gutbürgerlichem Haus sich vor allem mit der Frage beschäftigt, ob ihr Freund Dennis der Richtige fürs erste Mal ist, hat sich Underdog Alex mit seinem verkorksten Leben abgefunden. Nie würde er auf die Idee kommen, dass sich ein Mädchen wie Lisa für ihn interessieren könnte. Als Lisa sich plötzlich von Dennis trennt und Alex daraufhin Partei für Lisa ergreift und dafür vom Ex zusammengeschlagen wird, lernen sich die beiden erst kennen – und verlieben sich ineinander. Doch damit fangen die Schwierigkeiten erst richtig an ...

Meine Meinung:
Das Cover und der Titel ist meiner Meinung nach vielleicht nicht unbedingt das passendste für die Geschichte, das "Warum" werde ich gleich näher erläutern. Tortzdem ist es natürlich ein sehr harmonisches und romantisches Bild, was im Regal bestimmt nicht so einfach übersehen werden wird.

Der Versager und die heiße Überfliegerin der Schule treffen zusammen und lösen ein heilloses Durcheinander aus. Während Lisa mit ihrem Leben, so perfekt und gleichzeitig komplett leer wie es ist, zunehmend unglücklich ist, so hat Alex einfach schon so viel abgrundtief Schlechtes durchgemacht, dass ihm einfach alles auf der Welt egal geworden ist. Beide sind pubertierende Teenager, gerade auf dem Weg erwachsen zu werden und beide sind auf der Suche nach dem echten Sinn des Lebens. So kitschig sich das auch anhören mag, aber ich finde, diese Beschreibung passt sehr viel mehr zu diesem Buch, als die propagierte große Liebesgeschichte, die in meinen Augen hier gar nicht so wichtig ist. Jeder von uns wird/ist/war mal an diesem Punkt in seinem Leben und gerade diesen Aspekt hat der Autor meiner Ansicht nach sehr echt und sehr schön dargestellt.

Wie gesagt finde ich es schade, dass der Liebesgeschichte in der Aufmachung (= Cover, Titel) des Buches mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde, als den anderen Thematiken. Vielleicht war es ursprünglich die Absicht des Autors eine berührende Lovestory zu schreiben, aber dann muss ich ihm leider mitteilen, dass ihm dies nicht sehr gut gelungen ist. Lisa ist urplötzlich sehr durcheinander und denkt immer mehr darüber nach, ob sie mit ihrem Leben und ihrer Beziehung mit dem Musterjungen Dennis glücklich ist und letztendlich beendet sie es. Auch danach schwirren lauter Fragezeichen und Unsicherheit in ihrem Kopf herum, da alle ihre Freunde ihre Entscheidung anzweifeln. Alex lässt sich einfach nur gehen und doch ist er der erste Junge, der Lisa wirklich in die Augen schaut und ihr damit irgendwie in die Seele geschaut hat. Die Anziehung zwischen den beiden war trotz allem für mich nicht überzeugend genug und auch die aufkeimende Liebe konnte mich einfach nicht berühren. Dafür war es nicht... "echt" oder "tief" genug?

Lino Munarettos Schreibstil hat definitiv hier und dort seine Mäkel, aber grundsätzlich lässt sich das Buch unglaublich schnell und flüssig lesen, wenn man nicht zu genau auf die Sätze schaut. Mir sind vor allem holprige Formulierungen aufgefallen, besonders wenn es zu den Dialogen kam. Durch die Umgangssprache wurde es dann ein paar Mal sogar unverständlich, aber darüber kann man getrost hinwegsehen, denn der Sinn des Gesagten wird zuletzt immer deutlich. Darüber hinaus kam es mir so vor, als hätte die Geschichte keinen roten Faden, sondern eher viele verschiedene mit losen Enden. Das lag größtenteils daran, dass es irgendwie zu viele Nebencharaktere gab, was so gesehen nicht schlecht ist. Aber bei manchen Charakteren hätte ich mir definitiv viel mehr gewünscht. Am wichtigsten erscheinen mir hier die Mütter, bzw. die Familien an sich von den beiden Protagonisten. Die Geschichte wird aus Alex' und Lisas Perspektive in Er-/Sie-Form und in Vergangenheit erzählt, sodass man von beiden viele Infos erhält, die aus einer einzigen Perspektive nie deutlich geworden wären.

Insgesamt finde ich das Buch okay. Für die Moral der Geschichte hätte ich sofort die volle Punktzahl gegeben, aber die Umsetzung ist dann doch nicht so perfekt gelungen und die versprochene Liebesgeschichte hat mich leider auch nicht überzeugt. Dennoch sehe ich durch diesen Debütroman großes Potenzial für den Autor. Ich persönlich fände es klasse, bald ein Jugendbuch nur aus der Sicht eines Jungen von ihm zu lesen, denn diese Geschichte war vom Aufbau her ziemlich vorhersehbar, was jetzt weder negativ noch positiv gemeint ist. Manchmal ist es nämlich ganz gut vorher zu wissen, was man sich da für ein Buch kauft! ;)

Fazit:
3,5 von 5 Punkten! :)

Viiieeelen lieben Dank an den Autor und an den Verlag für dieses Exemplar und für diese Leserunde bei Lovelybooks!

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