[Rezension] Der Weg der gefallenen Sterne (Caragh O'Brien)

http://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila/146_26743_130461_xxl.jpgInfos zum Buch:
Autor/in: Caragh O'Brien
Preis: 16,99€
Seiten: 352
Verlag: Heyne
Originaltitel: Birthmarked - Promised #3
Reihe: "Birthmarked"-Trilogie
  1. Die Stadt der verschwundenen Kinder
  2. Das Land der verlorenen Träume
  3. Der Weg der gefallenen Sterne

Achtung! Dies ist der dritte und letzte Band dieser Reihe!

Klappentext:
Gerade hat Gaia in der Siedlung Sylum eine neue Heimat gefunden, da steht sie schon wieder vor großen Veränderungen. Denn die Menschen von Sylum leiden an einer sonderbaren Krankheit: Sie können den Ort nur um wenige Meilen verlassen, bevor sie lebensgefährliche Schwächeanfälle erleiden. Ein Hinweis in den Aufzeichnungen ihrer Großmutter zeigt Gaia jedoch, wie sie dieser großen Gefahr entfliehen können. Und so begibt sie sich mit einer Gruppe Siedler auf die gefährliche Reise zurück zu dem Ort, dem sie einst entflohen ist – der Enklave, der Stadt hinter der Mauer. Weder die junge Gaia noch ihre Gefährten wissen, was sie dort erwartet … 

Meine Meinung:
Wie erwartet weist auch der letzte Band der Reihe keine großen Veränderungen beim Cover auf. Es wurde lediglich die Hintergrund- und Augenfarbe verändert und bearbeitet, was ich auch gar nicht schlecht finde. Insgesamt sehen die Bücher im Regal farblich sehr gut aus. Das Einzige, was ich schade finde ist, dass Band 3 verglichen mit seinen Vorgängern so dünn geworden ist. Ich hatte also schon vor dem Lesen kleine Bedenken, ob das Ende nicht zu kurz kommen könnte. Was den Titel angeht, bin ich ebenfalls weniger begeistert, obwohl er sich allgemein sehr poetisch und bildhaft anhört. Er passt zum typischen Design der Reihe und doch will sich mir seine Deutung nicht ganz erschließen. Die gefallenen Sterne stehen wohl für die Leute aus Sylum, die von Gaia angeführt werden und einen neuen Weg beschreiten, aber warum gerade "gefallene Sterne"?

Die nun erwachsene Hebamme und neue Martrach Gaia zieht nun mit den Leuten Sylums los, um zur Enklave zurückzukehren und vor den Mauern als neue Siedlung unter dem Namen "New Sylum" anzusiedeln. Dort trifft sie wie erwartet auf Ablehnen von dem Protektor, Leons Vater. Er will ihnen kein Wasser geben und macht Gaia, die keine Gewalt anwenden will, sondern eine friedliche Lösung finden will, das Leben zur Hölle.

Mein größtes Problem mit diesem Buch ist tatsächlich das, was ich zuvor schon befürchtet hatte: das Ende dieser bisher fantastischen und für mich überragenden Reihe kommt viel zu kurz. Die gesamte Handlung ist leider sehr vorhersehbar und sogar langweilig. Ich habe versucht, ohne große Erwartungen an dieses Buch ran zu gehen, doch nach den ersten zwei Bänden, die sehr vielversprechend waren, hatte ich nun doch etwas spektakuläreres erwartet. Man kriegt einfach nur Tatsachen aufgetischt, es gibt nirgendwo Tiefe oder irgendwas, was mich wirklich berühren konnte.

Caragh O'Brien schreibt zum Glück unverändert toll und makellos schön. Ihr Schreibstil ist flüssig, locker und trotzdem "authentisch". Die gesamte Geschichte ist wieder aus Gaias Sicht in Sie/Er-Form und in Vergangenheit erzählt. Nachdem Band 2 voll Feuer, Gefühlen, Impulsivität und Leidenschaft war, kann ich diesem Band nicht mal ansatzweise so begeisternde Begriffe zuordnen. In dem ganzen Buch gab es nur eine einzige Wendung, die ich nicht vermutet hatte, ansonsten strotz die Handlung leider vor Mittelmäßigkeit.

Ich bin zudem auch sehr von den Charakteren enttäuscht. Es war schon eine Sache, wenn man eine Dreiecksgeschichte schrieb, aber eine Vierecksgeschichte? Das war tatsächlich mal etwas anderes, besonders, wenn zwei der drei Männer verbrüdert waren. Im zweiten Band ging es daher ganz schön rund und es war wirklich sehr spannend. Letztendlich entscheidet sich Gaia aber für Leon, ihre erste große Liebe. Ich hatte das Gefühl, dass Gaia sich charakterlich verändert hat, doch auf diese Entwicklung wird überhaupt nicht eingegangen. Generell werden die Charaktere in diesem Buch stark vernachlässigt und es gab leider keine Figur, die ich wirklich gut fand. Gaia stößt als Martrach an ihre moralischen Grenzen und besonders gegen Ende, fand ich manche ihrer Entscheidungen eher schlecht als recht.

Und dann war ich auch schon fertig mit dem Buch. Ich denke, dieser letzte Band hat viel ungenutztes Potenzial, was einfach nicht genutzt wurde. Im Klappentext wird die "gefährliche Reise" so vielversprechend angepriesen, aber tatsächlich passiert eigentlich rein gar nichts, während dieser Reise. Dort hätte man auf jeden Fall die Handlung spannender gestalten können! Dann gibt es traurigerweise viel zu wenige Szenen zwischen Gaia und Leon und ihre Beziehung wirkte dadurch zunehmend nebensächlicher und unauthentischer. Da war kein Gefühl mehr und überhaupt hat mich eigentlich das ganze Buch kalt gelassen. Also insgesamt war der finale Band der "Birthmarked"-Trilogie eine ziemliche Enttäuschung, trotzdem gibt es drei Sterne für ein gerade so noch passables Ende.

Fazit:
3 von 5 Punkten! 

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