[Rezension] In dieser ganz besonderen Nacht (Nicole C. Vosseler)

Infos zum Buch:
Autor/in: Nicole C. Vosseler
Preis: 18,99€
Seiten: 578
Verlag: Cbj
Einzelband!
Klappentext:  → Link!

Eigene Zusammenfassung des Anfangs:
Ambers Mutter stirbt an Krebs und als ob das der 16-jährigen nicht schon genug zusetzen würde, muss sie nun zu ihrem Vater nach Amerika, San Francisco ziehen. Karen, Ambers Mutter, hat diese Entscheidung zuvor gemeinsam mit ihrem Ex-Ehemann und Ambers Vater Ted getroffen und auch er denkt, dass es das Beste für Amber wäre, damit sie sich endlich besser kennenlernen können. Aber Amber kennt ihren Vater gar nicht richtig, will ihn auch nicht kennenlernen und fühlt sich allgemein sehr einsam, nachdem sie ihr Zuhause und ihre Freunde unfreiwillig verlassen musste - bis sie zufällig ein leerstehendes Haus findet und dort Nathaniel begegnet. Nathaniel ist mit seiner seltsamen Kleidung, seinem speziellen Akzent und seinem bedächtigen Verhalten ganz anders als alle Jungs, die Amber je kennengelernt hat und die beiden treffen sich immer öfter in diesem Haus. Aber dann enthüllt Nathaniel Amber sein wahres Ich und die beiden erkennen, dass sie das Unmögliche wollen...

Meine Meinung:
Beim Cover hat sich der Verlag mal wieder übertroffen. Es sieht einfach magisch und elegant aus und passt perfekt zum Inhalt und zum Charakter der Geschichte. Der überdimensionale und strahlende Mond scheint auf ein junges Paar, das in der Luft zu schweben scheint. Ihre Körper scheinen außerdem in Rauch/Nebel überzugehen und der Titel ist ebenfalls absolut passend und elegant verziert. Mit einer solchen Aufmachung ist der Kauf längst beschlossene Sache.

Die Protagonistin Amber macht wirklich harte Zeiten durch und ich konnte ihre Art und Weise, mit dieser unendlichen Trauer umzugehen, vollkommen nachvollziehen. Sogleich ist sie mir ans Herz gewachsen, da sie irgendwie "echt" und ungekünstelt wirkt und eben hin und wieder auch unlogische Gefühle fühlt, die Menschen nun mal fühlen. Weggerissen aus ihrem Zuhause und von ihren Freunden, will Amber eigentlich nur noch die Tage abzählen, bis sie 18 ist und wieder nach Deutschland kann. Aber wer hätte gedacht, dass sich mitten in ihrer Trauer und ihrem Schmerz, auch in Amerika Menschen sind, die sie verstehen können?
Zitat: "Ich wollte, ich musste ihn sehen; ich musste, wollte ihn so vieles fragen. Musste. Wollte. MUSSTE." (Seite 236)
Nathaniel ist einer dieser Personen. Er trägt seltsame Klamotten und scheint aus einer anderen Zeit zu kommen. Schon allein das macht Amber neugierig, auch wenn sie anfangs natürlich Angst vor diesem Fremden hat, der plötzlich aus dem nirgendwo auftaucht und mit ihr redet. Ein wandelndes Mysterium... Er ist sehr geheimnisvoll, einfühlsam, ruhig, gutaussehend und anziehend, aber was viel wichtiger ist; auch er scheint sich von Amber angezogen zu fühlen und die beiden kommen sich näher. Warum also macht er nicht den letzten Schritt? Was hält ihn davon ab? Was ist sein Geheimnis?

Ted, ihr Vater, war mein Lieblingscharakter in diesem Buch, da seine Persönlichkeit einfach so unendlich gut ist. Er gibt seine Tochter niemals auf, obwohl Amber ihn nicht leider kann und ihn das auch spüren lässt. Er bleibt immer ruhig und gefasst, hat trotzdem etwas ganz lockeres und jungenhaftes an sich und ist einfach durch und durch sympathisch.

Frau Vosselers Schreibstil ist unabhängig von der Geschichte wirklich toll und genau nach meinem Geschmack. Sie schreibt und beschreibt mit viel Gefühl und Tiefe und weiß, wie man den Leser mit Haut und Haaren in die Geschichte eintauchen lässt. Auch bei mir war das so, was nicht zuletzt auch an den tollen Charakteren lag. Die ganze Geschichte ist aus Ambers Sicht in Ich-Form und in Vergangenheit, was ich immer besonders mag. An ein paar Kapitelanfängen sind ebenfalls unterschiedlich lange Abschnitte aus der Sicht von Nathaniel in Kursivschrift zu finden, sodass man oft auch seine Perspektive, seine Empfindungen verstehen kann. Es ist also keine Frage, dass die Autorin wirklich wahnsinnig toll schreiben kann, aber an vielen Stellen empfand ich ihre sehr detaillierten Beschreibungen der Umgebung zu viel, zu "schwer" und zu "voll". Dadurch zog sich für mich das mittlere Drittel in die Länge und auch wegen der kleinen Schrift auf der sehr großen Seite, konnte ich das Buch gerade am Anfang nicht sehr lange lesen. Nach einer Weile gewöhnt man sich daran und kommt leichter voran.

Alles in allem hat mir dieses Buch einfach gut gefallen. Es ist ein toller Einzelband voller Magie und Geheimnisse. Meine Kritikpunkte sind zwar keine großen, aber sie halten mich trotzdem davon ab, diesem Buch die volle Punktzahl zu geben. Zum einen gab es die Langatmigkeit, die ich zuvor schon angesprochen habe. Da ist praktisch kaum Raum für die eigene Fantasie und irgendwann überfliegt man diese Beschreibungen auch mal. Zudem gab es ein paar Handlungen, die ich unlogisch fand, bzw. ich habe die Gründe nicht nachvollziehen können. Aber mein relativ größter Kritikpunkt ist, dass es zu wenig zum Aspekt Geister gab! Es wurde kaum irgendwas erklärt und in dem Punkt hat mir die Tiefe gefehlt. Aber insgesamt trübt es das Gesamtbild nicht und ich kann mit dem Informationsüberschuss (Beschreibung der Umgebung ergeben zu viele Seiten) und dem Informationsmangel (Geister, Okkultismus) leben. Der große Pluspunkt ist für mich aber die originelle Idee und der immer spannender werdende Aufbau der Geschichte. Es gab überraschende Wendungen und die Beziehungskonstellationen zwischen den vielseitigen und verschiedenen Charakteren konnten mich wirklich begeistern und fesseln. Insgesamt eine schöne Liebesgeschichte, deren Ende auch passend ist!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)

*Fotos*

*Trailer*

Kommentare:

  1. Hallo.
    Ich habe deine Rezi jetzt nur überflogen, da ich das Buch heute als Tausch erhalten habe und 4/5 Sternen ist doch gut. Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt.
    Liebe Grüße, Sophie

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    1. Verstehe ich, ich lese mir NIE Rezis zu meinen ungelesenen Büchern durch, damit ich ohne Erwartungen an die Geschichte gehen kann. ^^
      Jap, 4/5 ist schon ordentlich! :)

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  2. Hi,

    mir hat das Buch im Großen und Ganzen auch ganz gut gefallen. Bis auf die etwas sehr ausufernden Beschreibungen und das Ende war mir ein bisschen zu dick aufgetragen.
    Die Idee als solche fand ich aber klasse und ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

    Liebe Grüße
    MacBaylie

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  3. Hey, Ich habe das Buch gerade fertig gelesen und hab mich mal nach anderen Meinungen umgesehen und bin dabei auf deine gestoßen. Ich fand die detailierten Beschreibungen genauso blöd, hab sie oft überflogen und am Anfang konnte ich manchmal gar nicht weiterlesen weil ich keine Lust hatte. Da auf dem Rücken nicht wirklich viel steht wusste ich nicht wirklich worum es geht, aber mir hat es gut gefallen. Das man zu wenig über Geister erfährt finde ich nicht, ich denke man weiß von dem was sie rausgefunden haben genug. Ich mag außerdem die manchmal philosophischen Gedanken der Autorin. Der Anfang gefällt mir besonders. Nur das Ende war zuerst traurig. (um ehrlich zu sein - ich hab rotz und wasser geheult, bin eben sensibel :( ) Aber naja. Ich hätte auch vier STerne gegeben, wegen den detailierten Beschreibungen und so.
    Liebe Grüße, Jane

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    1. Schön, dass es dir auch gefallen hat und danke für dein Kommentar! :))

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Danke für dein Kommentar! :) ♥