[Rezension] Ready Player One - Ernest Cline

Infos zum Buch:
Autor/in: Ernest Cline
Preis: 19,99€ (HC)
Seiten: 512
Originaltitel: Ready Player One
Verlag: Penhaligon
Einzelband!

Klappentext:  → Link!

Eigene Zusammenfassung des Anfangs:
Im Jahre 2044 will keiner mehr in der hässlichen und ungerechten Realität leben, sondern lieber in OASIS, eine utopische Cyberwelt mit unendlichen Möglichkeiten. Die Menschen erschaffen sich ihre Avatare so wie sie wollen und meistens vollkommen anders, als sie in echt aussehen. Mit ihnen leben sie ihr Wunschleben und flüchten damit erfolgreich vor der Wahrheit, denn die Erde ist am Ende. Die Menschen haben das Öl aufgebraucht und leben buchstäblich in einer riesigen, überteuerten Müllhalde, da auch die Klimakatastrophe nicht lange auf sich warten ließ.

Seit Jahren läuft schon die weltweit bekannte Hallidays Easter Egg Jagd, bei der der Glückliche, der das Easter Egg Rätsel löst, James Hallidays - der verstorbene Miliadär und Erfinder von OASIS - gesamten, gigantischen Reichtum erbt. Natürlich ist damals bei dieser weltweiten Durchsage die Hölle ausgebrochen und tausende OASIS-Nutzer haben sich durch Hallidays Leben durchgeackert, bis sie jedes einzelne Detail verinnerlicht hatten, um irgendwo einen Hinweis oder Wegweiser zur Lösung des Rätsels, das Halliday aufgab, finden zu können. Diese Leute nannten sich "Jäger". Doch es vergingen die Jahre und auf der Highscore-Liste auf der privaten Internetseite von James Halliday erschien immer noch kein Name oder eine Punktzahl. Irgendwann vergaßen die Leute die Jagd nach dem Easter Egg und sahen ihn als eine Art Legende an.
... Doch dann kam Wade Watts.

Meine Meinung:
Ich finde das Cover einfach genial. Pacman oben in der Mitte und der Titel lassen den Betrachter direkt an irgendwelche uralten Spiele denken und das Design ist simpel, aber klar und schlüssig. Das Pacman gerade drei gelben Punkten nachjagt, könnte man gut mit den drei Schlüsseln verbinden, die man für das Easter Egg in der OASIS finden musste. Unterhalb befindet sich ein "bunter Pixelweg" und auf ihm befindet sich ein einzelner, pixeliger und gesichtsloser Spiel-Avatar, der seine Hände ganz lässig in den Hosentaschen hat. Was vollkommen aus dem Gesamtbild heraussticht ist der scheinbar unlogische Schatten von dem Avatar. Dass man das Gesicht des Avatars nicht sieht und dass es einen Schatten gibt, gibt perfekt wieder, dass eine Cyberwelt dem Nutzer komplette Anonymität bietet. Insgesamt wirklich gut durchdacht und ein Eyecatcher!

Als ich dieses Buch anfing zu lesen, klingelten schon nach einer Seite ein paar Alarmglöckchen und ich dachte "Oh oh." Der Grund? Nun ja, es kommen abertausende Bezeichnungen und Begriffe aus der Film-, Musik- und Gamebranche der vergangenen Jahrzehnte vor, die mir rein gar nichts gesagt haben und mit deren Beschreibungen ich auch rein gar nichts anfangen konnte. Aber ich konnte mich damit schonmal darauf einstellen, dass es später wahrscheinlich öfter zu solchen Begebenheiten kommen würde. Fortan ignorierte ich also einfach solche Passagen oder wenn es gar nicht anders ging, wurde Google zu meinem Freund und Helfer.

Wade Watts ist alles andere, als ein typischer, männlicher Protagonist, wie wir ihn gewohnt sind. Braune, langweilige Haare, übergewichtig, pickelig, ungesund, ein ultimativer Nerd und hat die damit einhergehende "Bildschirmbräune". Schon an dieser Stelle wird man als Leser aufhorchen, ich selbst habe gemerkt, wie sich langsam ein erwartungsvolles Lächeln auf mein Gesicht stahl - endlich mal was Neues! Wade Watts ist der Typ, der äußerlich ganz zurückhaltend und unscheinbar tut, aber in Wahrheit ein kleines Genie ist. Sein Leben könnte wirklich nicht schlimmer sein; seine Mutter starb bei einer Überdosis von Drogen, er musste zu seiner schrecklichen Tante Alice ziehen, die ihm seine Essensmarken klaute und ihn einfach hasste. Geplagt von der allgemeinen Armut, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich woanders Geld und Essen zu verdienen und er fängt an kaputte, alte Computer und Konsolen aus den Schrottbergen auf den Straßen zu reparieren und zu verkaufen. In OASIS war er der gutaussehende Parzival und war wie jeder andere auch. Etwas an Wades Persönlichkeit hat ihn sofort für mich sympathisch werden lassen und ich habe mich gleich mit seiner Art anfreunden können. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll, aber er ist einfach ganz und gar normal. Und doch war er der Erste auf der ganzen Welt, dessen Name auf Platz 1 auf dem Easter Egg Scoreboard auftauchte.

Abgesehen von den etlichen Begriffen aus vergangenen Nerdzeiten, kam ich sehr gut voran. Das Buch beginnt sehr verheißungsvoll und interessant und ich musste ganz überrascht feststellen, wie ich immer mehr von dem Nerd-Getue unseres Protagonisten verstand und ihn dafür auch bewunderte. Natürlich spricht er nie im völligen Fremd-Chinesisch, so unwissend ist man in der Gamerwelt nun auch wieder nicht. Ernest Clines Schreibstil ist sehr gut, vielleicht gab es hier und dort ein paar Beschreibungen zu viel, aber im Großen und Ganzen konnte man das Buch schnell lesen. Die gesamte Geschichte wird aus Wades Sicht in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt, sodass man sich gut in seine Lage versetzen kann.

Es gibt einen Minuspunkt an diesem Buch und das ist der Mittelteil. Genau in der Mitte beginnt eine lange Phase, die extrem langatmig und langweilig ist, es passiert ganz einfach nichts und ich verlor die Leselust. Vielleicht liegt es daran, dass der Anfang so spannend ist und der Autor es nicht die ganze Zeit so "weit oben" behalten wollte, denn als dann nach der langen Durststrecke die überraschende Wendung einsetzte, flogen die Seiten nur so dahin. Der Showdown war fantastisch und auch die süße Liebesgeschichte, die sogar einen ungefähr gleichen Stellenwert wie die Easter Egg Suche hatte, war wirklich toll und authentisch. Das Ende war absolut genial, denn es gibt eine Art "Offenbarung" und Moral. Insgesamt habe ich dieses Buch sehr gemocht und kann es aufgeschlossenen Menschen, die auch ein bisschen Nerd in sich haben, weiterempfehlen!

Fazit:
4 von 5 Punkten! :)

Kommentare:

  1. ...stimme absolut mit dir überein. Eine tolle Rezension zu einem schönen Buch! Von den vielen Erinnerungen und Zusammenhängen habe ich mich mitunter zwar schon fast überfordert gefühlt, aber so manche Begebenheit blitzte dann doch wieder in meinem Inneren auf :-)

    LG

    Kay

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    1. Danke! Jep, genau so war es auch bei mir. :)

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  2. Hört sich ja eigentlich ganz gut an. :)
    Ich werde auf jeden Fall die Augen danach offen halten :D
    Gut, dass es ein Einzelband ist :P
    Schöne Rezi, hat mir das Buch direkt interessant gemacht! ^^

    LG Olek :*

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