[Rezension] Bittere Wunder - Christina Meldrum

Infos zum Buch:
Autor/in: Christian Meldrum
Preis: 12,99€ (KB)
Seiten: 416
Originaltitel: Madapple
Verlag: Cbj
Einzelband!

Klappentext:  → Link!

Eigene Zusammenfassung des Anfangs:
Aslaug Hellig wächst mit ihrer Mutter Maren abgeschottet von der Gesellschaft auf dem Land auf. Ihre Mutter lehrt sie alles über die Pflanzenkunde und auch viele Sprachen, trotzdem ist Aslaugs Leben voller großer Geheimnisse, Unklarheiten und Fragen. Ihre meist kaltherzige Mutter verrät ihr nicht, wer ihr Vater ist und sie versteckt vieles vor ihr, wie generell alle Bücher oder andere Dinge. Doch eines Tages stirbt ihre Mutter an einer Vergiftung und Aslaug flieht - aus Schuldgefühlen oder aus Trauer und Verzweiflung?

Sie findet ihre Verwandten; ihre Tante Sara, Predigerin und Leiterin einer charismatischen Kirche und ihre Kinder; Susanne und Rune. Aslaug erhofft sich von ihnen nun Antworten über ihren Vater und ihre Vergangenheit, aber auch sie halten es geheim oder lügen sie an. Was war bloß los mit ihnen? Und diese Gefühle, die sie in Runes Gegenwart verspürte... Viele sonderbare Ereignisse geschehen und am Ende steht Aslaug vor Gericht - sie wird wegen Mordes beschuldigt.

Meine Meinung:
Das Cover ist sehr ansprechend und auffallend und ich finde es gut, dass der Verlag das englische Originalcover beibehalten hat. Die abgebildete Person soll wahrscheinlich Aslaug darstellen, obwohl ich sie mir ganz anders vorgestellt habe. Der Schmetterling kommt auch im Buch vor und ich finde es toll, dass der Hintergrund und die Landschaft dunkel, grün und bedrohlich wirkt. Ich finde zwar den englischen Titel "Madapple" besser, kann mich aber auch nicht über den deutschen Titel groß beschweren, da er zur Geschichte passt.

Nachdem ich die ersten 30 Seiten gelesen hatte, habe ich ganz ernsthaft überlegt, das Buch abzubrechen. Nach langer Zeit war dies wieder das erste Buch, dass mir meine Leselust gänzlich verdorben hat. Ich habe es für ein paar Wochen weggelegt und wollte in der Zeit auch nichts anderes lesen. Genau genommen gebe ich diesem Buch die Schuld an meiner Leseflaute. Hört sich nicht gerade begeistert an, nicht wahr?

Zum einen liegt es an dem wirklich sehr speziellen und seltsamen Schreibstil. Ich mag solche Schreibstile nicht und hatte es am Anfang wirklich unglaublich schwer, mich an ihn zu gewöhnen. Christina Meldrum schreibt "abgehoben", fragil, verwirrend und "neblig", wenn man das so sagen kann. Wenn man liest, fühlt es sich sogar ein bisschen wie unter Drogen an - zumindest so, wie ich mir diesen Zustand vorstelle. Alles ist so schwammig und es gibt eigentlich keinen Moment im Buch, wo etwas ganz knapp, klar und deutlich formuliert wird. Wie gesagt, bereits am Anfang wurde ich mit diesem Buch nicht warm, aber zum Glück habe ich mich dazu durchgerungen weiterzulesen, denn ich konnte mich nach etwa 100 Seiten endlich an den Schreibstil gewöhnen und die Geschichte wurde zunehmend interessanter, bzw. verwirrender. Es gibt immer abwechselnd ein Kapitel aus der Sicht von Aslaug in Ich-Form und Gegenwart und ein Kapitel aus dem Gerichtssaal bei Aslaugs Verhörung in Form von einfachen Frage-Antwort-Konstellationen. Am Anfang war das etwas seltsam, weil die Dialoge aus dem Gerichtssaal oft den Lesefluss störten, aber später verstand ich immer mehr die Zusammenhänge, denn beide Erzählweisen geben dem Leser ein Puzzleteilchen nach dem anderen.

Wenn alle Charaktere in diesem Buch eines nicht sind, dann durchschnittlich und durchschaubar. Aber leider waren sie mir persönlich einfach zu seltsam, zu abgehoben. Ich habe keinen einzigen Charakter so gut verstanden oder sympathisch gefunden, dass ich ihn wirklich mochte und am wenigsten Aslaug. Nach einem Leben wie das von Aslaug, kann ich mir gut vorstellen, dass man nicht mehr klar denken kann. Nach dem Tod ihrer Mutter und der plötzlichen Unabhängigkeit, kann ich das noch besser verstehen. Aber kaum findet sie ihre Verwandten, wird sie auch schon wieder eingesperrt. Alle um sie herum verheimlichen ihr ihr ganzes Leben und sie kann Realität und Einbildung nicht mehr richtig unterscheiden.

Ich mochte den Schreibstil und die Charaktere also schonmal nicht, was dem Buch bei mir sehr schlechte Karten gibt. Doch anscheinend hatte es noch ein Ass im Ärmel, denn letztendlich fand ich das Buch gar nicht mal so schlecht. Warum? Das Buch konzentriert sich übermäßig stark auf Drogenpflanzen oder generell Pflanzen mit besonderen Wirkungen und auf sehr abgehobene Religionstheorien. Beides wird ziemlich detailiert besprochen und beschrieben, sodass sich alles oft in die Länge zieht, aber ich fand beide Themen trotzdem ganz interessant und man hat das Gefühl in der Pflanzenkunde etwas dazuzulernen. Jedoch gewinnt die Story gleichzeitig durch viele überraschende Wendungen an Spannung und gegen Ende ertappte ich mich dabei, wie ich das Buch gar nicht mehr weglegen konnte. Es wurde von einer Sekunde auf die andere total fesselnd und man fühlt sich wie aus dem Trab in den Galopp versetzt. Auch wenn dieser Sprung erst ganz am Ende geschieht, hat mir das noch gereicht, um das Buch doch noch ganz gut zu finden.

Fazit:
Ganz knappe 3 von 5 Punkten!
Dieses Buch ist alles andere, als leichte Kost.
*Fotos*
 

Kommentare:

  1. Hey <3

    Eigentlich hat sich das Buch für mich recht interessant angehört, aber mit deiner Rezi werde ich etwas skeptisch. Dennoch werde ich mir irgendwann mein eigenes Bild davon machen.

    LG
    Caro

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    1. Finde ich gut, dass du es "trotzdem" ließt, obwohl meine Rezension doch gar nicht sooo schlecht ausgefallen ist! ^^

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  2. Oha Oha :D ich hatte das buch schon eine weile im Blick, weil mir das Cover ganz gut gefiel..aber nach der rezi-no way! :D Danke für die ausführliche Rezension sisi <3

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    1. :D Es war schon eine sehr spezielle Überraschung. ^^ Aber gut, dass ich für etwas Klarheit bei dir sorgen konnte! :)) Daaaankeeee! ♥

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  3. Hey Lydia : )

    *lach* oje, das hat ja nicht so gut abgeschnitten bei dir ^^ Aber ich muss sagen ich nehme es als Herausforderung wenn ich den nächsten Urlaub plane es zu lesen ^^

    Lieben Dank dir
    Liebe Grüße
    Romi

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    1. Menno, warum denken immer alle, dass 3 Sterne "schlecht" wären!
      Das ist schließlich mehr als die Hälfer der Punktzahl, quasi 60%! ;)


      Es ist gut, sich zu diesem Buch quasi "vorzubereiten", denn es ist so absolut speziell! ^^
      Bitteschööön! ♥

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  4. Ich hab das Buch auch vor einer Weile gelesen, es ist wirklich sehr speziell. Den Schreibstil fand ich eigentlich ziemlich gut und die Einschübe haben mich auch nicht gestört, aber es ist definitiv anstrengend zu lesen. Aslaug tat mir total leid, weil sie so unerfahren ist und selbst nicht versteht, was eigentlich Wahrheit und was Drogenrausch ist.
    Wie du sagst, die ganzen Pflanzen und Religionsthemen sind eigentlich ziemlich interessant, aber teilweise viiieel zu sehr in die Länge gezogen, gerade was die Jesus-Theorien angeht, konnte ich irgendwann nicht mehr folgen @_@ Trotzdem echt kein schlechtes Buch.

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  5. das steht auch schon lange auf meiner wunschliste...vlt sollt ich es mir doch noch mal überlegen:)
    http://celina-traumwelten.blogspot.de/

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    1. Jap, dazu würde ich dir auch raten. :)

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Danke für dein Kommentar! :) ♥