[Rezension] Frostzauber - Magische Liebesgeschichten - mehrere Autorinnen

Infos zum Buch:
Autorinnen: Tanja Heitmann, Lilach Mer, Mechthild Gläser, Gesa Schwartz, Jennifer Benkau und Antonia Michaelis
Preis: 8,99€ (TB)
Seiten: 192
Verlag: Rowohlt rororo rotfuchs
Anthologie!


Klappentext:
Tanja Heitmann, Antonia Michaelis, Gesa Schwartz und andere Autorinnen verzaubern und verführen mit magischen Liebesgeschichten!
Eine Nymphe, die in einem zugefrorenen Fluss auf den Liebsten wartet, der sie befreit; ein junger Mann ohne Gestern und Morgen, der nur durch die Tränen einer Liebenden in der Silvesternacht von seinem tragischen Schicksal erlöst werden kann; eine Elfe, zart und zerbrechlich, die die Kraft der Ewigkeit in sich trägt – diese und viele weitere Geschichten laden ein zu einer spannenden Reise voll großer Gefühle!

Meine Meinung:
Das Cover wirkt passenderweise, durch seine hellen und blassen Farben, sehr winterlich und frostig. Magisch und fast schon verträumt lässt es aber das Mädchengesicht wirken, von dem man einen Teil auf dem Cover erkennen kann, denn es scheint so, als wäre sie tief in Gedanken."Frostzauber" ist ein sehr schöner Titel "Frostzauber", der auch gut zu den Geschichten passt. 

Unter dem Frosthauch (Tanja Heitmann)
Jeden Sommer ist Mato bisher zu seinen Großeltern in den Spreewald gezogen und für ihn waren diese Besuche die schönsten Erinnerungen an seine Kindheit. Kurz vor dem Abitur, bricht er aus, weil er es nicht mehr in der Stadt aushält und beschließt ganz in den Spreewald mit den vielen Märchen und Legenden zu ziehen. Eines Tages entdeckt er aber das sagenumwobene Schneemädchen unter dem Eis und er kann an nichts anderes mehr denken.
 - Für mich, war diese Geschichte eine der besten in dieser Anthologie. Ich habe noch nie zuvor etwas von Tanja Heitmann gelesen und werde dies bald nachholen, weil mir ihr Schreibstil unheimlich gut gefällt. Der Plot ist interessant und man wird fast augenblicklich in diesen magischen Wald entführt. Was mir aber am allerbesten gefallen hat, waren die schönen und detailreichen Beschreibungen, die das Ganze absolut magisch und zauberhaft wirken lassen. Leider gab es zu wenige Erklärungen an manchen Stellen, die einen verwirrt haben, ansonsten gäbe es von mir die volle Punktzahl!
 - 4,5 Punkte!

Cirque Indigo (Lilach Mer)
Der erste Weltkrieg ist endlich vorbei und Marja hat es aus Russland nach Frankreich geschafft, doch sie hat alles bei ihrer Flucht verloren und weiß nicht mehr weiter. Nach allem, was sie durchgemacht hat, kann Marja nur an ihre beste Freundin Anna denken, die gestorben ist. Verzweifelt und voller Trauer, will sie Selbstmord begehen, aber dann gibt ihr ein Fremder eine Einladung in eine Zirkusvorstellung.
 - Der Anfang war wirklich gut und dann ging es leider bergab. Der Schreibstil der Autorin ist sehr sprunghaft und gerade am Anfang ungewohnt und eigen. Dieser poetische Touch macht es ziemlich schwer, der Geschichte voll und ganz folgen zu können. Für eine Kurzgeschichte finde ich sie daher zu komplex, zu abstrakt und wirr. Ich finde das sehr schade, weil mir der Anfang und die Idee so gut gefallen haben.
  - 2 Punkte!

Die gefrorene Zeit (Mechthild Gläser)
Von klein auf ist Hannah mit Tom befreundet. Heute verbindet sie mehr als nur Freundschaft, doch Hannah ist klar, dass Tom anders sein muss, denn in mehr als zehn Jahren ist er keinen Tag gealtert. Hannah hingegen ist älter geworden, gewachsen, reifer geworden, aber sie empfindet diese Tatsache als unwichtig, schließlich lieben sich die beiden unendlich. Aber sieht das Tom genauso?
 - Man findet recht schnell in die Geschichte hinein und die Idee ist zwar definitiv unrealistisch bzw. fantasylastig, aber interessant. Mir hat es gefallen, dass die beiden Charaktere so unterschiedlich sind und sich doch lieben. Die Geschichte fesselt einen und der Schreibstil war auch sehr schön. Aber irgendwie fand ich die Kurzgeschichte einen Ticken zu knapp und zu schnell, zwei Seiten mehr hätten das Ganze bestimmt etwas besser abgerundet.
 - 4 Punkte!

Jenseits des Lichts (Gesa Schwartz)
Die Weihnachtstage verbringt Thordis immer mit ihrer Familie in einer Ferienhütte am Wald. Eines Nachts, stößt sie allein bei einer Wanderung auf einen mysteriösen Jungen. der von einem Raben angegriffen wird. Thordis läuft zu ihm und verarztet ihn, so gut es während eines heftigen Schneesturms in einer Höhle geht...
 - Diese Kurzgeschichte ist wohl die Schlechteste in dieser Anthologie. Sie hat mir kein bisschen gefallen, der Schreibstil ist völlig unkoordiniert, sprunghaft und nichtssagend, die Beschreibungen unrealistisch und generell der Plot unlogisch. Alles wirkt so gezwungen, man wollte den Leser krampfhaft glauben lassen, dass der Junge sehr düster und eigenartig erscheint, im nächsten Moment verhält er sich wieder "normal" und das Mädchen hat, sobald sie ihn sah, keinen Verstand mehr und vertraut ihm blind. Die Charaktere waren beide vollkommen unsympathisch, aber auch nur, weil man gar nicht die Möglichkeit bekommt, sie richtig kennenzulernen.
 - 1 Punkt!

Preußischblau (Antonia Michaelis)
Der einzige und sehnlichste Wunsch von einem Spieleerfinder, der einsam in einer Hütte im Nirgendwo lebt, ist es einmal wirklich geliebt zu werden. Er hat alles vorbereitet, ein Essen für zwei, eine wohlige Atmosphäre... Dieses Weihnachten soll es geschehen, seine Person wird kommen. Sein größter Wunsch wird erhört und es steht am nächsten Tag eine elfengleiche Frau mit preußischblauen Augen vor seiner Tür...
 - Wow. Wirklich überzeugend und so traurig. Diese Geschichte wird jeden zu Tränen rühren, so auch bei mir. So eine greifbare und absolut melancholische Stimmung habe ich selten in einer Geschichte verspürt. Der Plot an sich ist sehr gut und man ist fast augenblicklich gefesselt. Der Schreibstil ist wunderbar und der Protagonist ist eine tief trauriger, aber dennoch hoffnunsvoller Mensch, was mir sehr nahegegangen ist. Es berührt einen im Herzen und das Ende ist ein kurzweiliger Schock, aber ich finde, ein anderes Ende hätte gerade bei diesem Mann, nicht gepasst.
 - 5 Punkte!

Das Lied des Eiswolfs (Jennifer Benkau)
Lesla ist die Einzige im Tal, die das Eiswirken nicht beherrscht. Als Außenseiterin fühlt sie sich wertlos und geradezu einsam. Fynn ist ein Wanderer und kennt die Bräuche im Tal nicht, zum ersten Mal würde man Lesla wegen ihres Unvermögens nicht abwerten und noch dazu mag Lesla ihn sehr, was wohl auf Gegenseitigkeit beruht. Eines Tages begegnet ihr aber ein Eiswolf im Wald und von da an, wird alles anders.
 - Der Plot ist sehr gut und vor allem total interessant. Man ist fasziniert und will verständlicherweise herausfinden, warum Lesla als Einzige das Eiswirken nicht kann. Jennifer Benkau hat einen tollen Schreibstil, der einen fast augenblicklich fesseln kann und die Beschreibungen lassen den Leser ein grobes Gefühl für das Tal und für Lesla bekommen. Alles wird sehr authentisch dargestellt und die Charaktere waren mir sympathisch und nur das Ende fand ich einen Ticken zu knapp.
 - 4,5 Punkte!

Ich lese selten Anthologien, weil ich eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten bin und viel lieber ganz ausgearbeitete, dicke Schmöker lese. In dieser Anthologie haben mir alle Stories unterschiedlich gut gefallen, aber ich denke, dass das bei so was unvermeidbar ist, dass einem nicht alle gut gefallen werden. Nichtsdestotrotz kröne ich "Preußischblau" zum Sieger, dicht gefolgt von "Unter dem Frosthauch" und "Das Lied des Eiswolfs".

Fazit:
3,5 von 5 Punkten! :)
Für kalte Wintertage wohl ein schöner Zeitvertreib!

Kommentare:

  1. Das deckt sich so ziemlich mit meiner Meinung zu den einzelnen Geschichten... Vor allem gesa schwarz und antonia Michaelis :-)

    Toll!

    Lg
    Steffi

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  2. Hey Lydia,

    hmz.... japp bin da deiner Meinung was Kurzgeschichten angeht, es ist einfach nicht genug Zeit um alles unter zu bringen das den Leser sicher interessieren wird und das man selbst als Autorin auch noch los werden möchte. Mir viel es damals in der Schule und auch heute noch schwer Geschichten kurz zu halten :>

    Dennoch denke ich, nach deinen Meinung, ist das Buch ganz nett so das man sich das zb. auf kurzen Strecken die man nicht selber fahren muss durchaus zu Gemüte führen zu können.

    Danke dir :)

    Schönen 1. Advent dir noch ^^

    LG
    Romi

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  3. Tolle Rezension.
    Mir geht es auch so. Ich bin kein Fan von Kurzgeschichten, aber das Buch werde ich vielleicht trotzdem lesen. Ich bin großer Jenny Fan und würde schon allein ihrer Geschichte wegen dem Buch eine Chance geben. Es hört sich ja in der Breite so an, als wären da noch ein paar tolle KG dabei.

    LG
    Lilly

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Danke für dein Kommentar! :) ♥