[Rezension] Cocoon - Die Lichtfängerin - Gennifer Albin

Infos zum Buch:
Autor/in: Gennifer Albin
Preis: 17,99€
Seiten: 361
Originaltitel: Crewel World - Crewel #1
Verlag: Egmont Ink
Reihe: "Cocoon"-Trilogie
  1. Die Lichtfängerin
  2. ? (2013)
  3. ?

Klappentext:
Gefangen hinter Mauern wie aus Licht gesponnen, wagt sie den Kampf gegen die Tyrannei.
Arras ist eine kalte, lichtdurchflutete Welt, deren Bewohnern jede Selbstbestimmung genommen wurde – selbst im Tod ist niemand frei. Nur wenige können hoffen, durch die Gilde der Zwölf in den Heiligen Convent aufgenommen und damit für ein Leben in Luxus und Überfluss erwählt zu werden. Doch Adelice ahnt, dass das scheinbare Privileg in Wirklichkeit Verdammnis bedeutet, schließlich hat niemand den Convent je wieder verlassen … So versucht sie vergebens, ihre seltene Begabung zu verbergen. Denn gesegnet mit der Fähigkeit, das Gewebe des Lebens zu flechten, Schicksalsfäden miteinander zu verweben oder einzelne daraus zu entfernen, ist sie genau das, wonach die Gilde seit Langem sucht. Adelice kämpft um ihre Freiheit und das Leben ihrer Schwester und beginnt, die goldenen Fäden des Kokons zu zerreißen, der sie und die Menschen von Arras gefangen hält …

Meine Meinung:
Wenn man dieses Buch zum ersten Mal sieht, denkt man sich - Wow, wie schön! Hell, lichtdurchflutet, frisch und wunderschön umwoben wird hier sehr schön die Welt, in der Adelice lebt, dargestellt. Coverkäufer werden ohne mit der Wimper zu zucken zugreifen. Auf einem blassgrauen Hintergrund liegt eine junge, blonde und hübsche Frau und sieht verträumt nach oben. Sie ist geschminkt und man sieht den Ansatz eines eleganten und aufwendigen Kleides, sodass es so aussieht, als wolle sie ausgehen. Um sie herum flimmert die Luft und es sind weiß leuchtende Fäden zu sehen, die dem Ganzen einen übernatürlichen und glänzenden Touch geben. Der Obertitel "Cocoon" ist sehr gut gewählt, direkt übersetzt bedeuetet es Kokon und der Untertitel "Die Lichtfängerin" hört sich verträumt und schön an - sehr gut! Das Einzige, was mich an dem Cover stört, ist die Frau. Adelice hat rote Haare und wird insgesamt vollkommen anders beschrieben, sodass ich diese Frau auf dem Cover überflüssig bzw. unpassend finde.

Adelice Lewys lebt in Arras, eine kalte Welt, die nur aus Regeln und Einschränkungen besteht. Nichts gehört dir, noch nicht mal dein Tod. Dein Leben wird bis auf die letzte Sekunde rundum kontrolliert und manipuliert. Die Gilde der Zwölf regiert über alles und die Frauen werden unterdrückt. Adelice lebt mit ihren Eltern und ihrer kleinen Schwester Amie ein gewöhnliches Leben. Doch was die Nachbarn und Freunde nicht wissen: Adelice' Eltern bringen ihr nächtelang bei, wie sie bei den Prüfungen durchfallen kann. Die Prüfungen muss jedes Mädchen bestehen, um in das Heilige Convent zu gelangen und als eine Webjungfer ein abgeschottetes Leben im Luxus und Überfluss zu haben. An einem Übungswebstuhl bekommt jede die Chance ihr Talent zu beweisen und muss Bände und Fäden des Lichts und des Lebens verweben. Warum sind die Eltern so versessen darauf, ihre Tochter bei so einem Angebot durchfallen zu lassen, fragt man sich nun. Adelice hat eine überdurchschnittliche Begabung, doch ihre Eltern wollen sie auf keinen Fall an das Convent verlieren, wo sie sie nie mehr wieder sehen würden, denn dann würde Adelice quasi ein Leben in einem "goldenen Käfig" führen.

Doch dann passiert Adelice ein Ausrutscher bei den Prüfungen und noch am selben Abend kommen sie, um sie zu holen. Ihre Eltern bringen sie in den Keller, wo sie aus einen Hintergang hinaus laufen kann. Wie, warum und wann haben sie diese unterirdischen Fluchtgänge gegraben? Vor allem warum? Die Flucht gelangt ihr allerdings nicht, die Ereignisse überschlagen sich und Adelice' Leben liegt plözlich in Scherben und sie ist vollkommen allein. Ohne genau zu wissen, was man mit ihren Eltern gemacht hat, zwingt man sie nun, sich dem oberflächlichen und trügerischen Leben einer Webjungfer zu fügen.

Mir haben die Charaktere überraschenderweise echt gut gefallen! Der Assistent und Beamte Eric ist in Adelice' Alter genau wie der Chefbutler Jost, man sieht hier also direkt am Anfang, dass sich eine Dreiecksbeziehung anbahnt. Ich finde aber, dass es nicht so "billig" aufgebaut ist, wie in manch anderen Büchern, sondern es doch ganz gut gelöst wurde. Ich persönlich, wusste schon von Anfang an, für wen sich Adelice letztendlich entscheiden würde. Die Charaktere an sich sind sehr gut und plastisch beschrieben, es bleibt aber noch genug Freiraum übrig, in der man seine eigene Vorstellungskraft nutzen kann. Die Protagonistin Adelice wirkt an manchen Stellen im Buch ein wenig verhärmt, hart und kalt, aber entsprechend der Umstände (ich darf nicht spoilern) kann man wirklich nicht mehr von ihr erwarten. Sie bleibt sich treu, obwohl viele sich auch öffentlich gegen sie stellen und sie vollkommen unfair behandeln. Ich finde es gut und wichtig, dass es auch Figuren in der Geschichte gibt, die man auf die Seite der "Bösen" bzw. der "Guten" aber auch der "?" einordnen kann, so kann man sich eine eigene Meinung bilden oder man ist gespannt, zu welcher Seite die Figuren gehören, die man selbst nicht richtig einschätzen kann.

Auch zum Schreibstil kann ich nur positives berichten. Dies ist mein erstes Buch von Gennifer Albin und ich bin mir sicher, dass es nicht mein letztes sein wird. Die Geschichte geht direkt am Anfang rasant und spannend los, sie hält sich nicht lange mit Einleitungen oder "Kennenlern-Phasen" auf und springt direkt ins Geschehen. Dann folgt wieder eine längere ruhige Phase in der sich Adelice bei den Webjungfern erstmal einfinden muss, denn der Schock von der gescheiterten Flucht und den unausgesprochenen und grausamen Wahrheiten unter den Webjungfern, ist groß. Feinde machen ihr das Leben schwer, obwohl sie ihnen eigentlich nichts getan hat und Adelice fühlt sich schlicht und ergreifend mutterseelenallein. Die Autorin schreibt so, dass man sich genau in Adelice' Lage hineinversetzen kann und schweift dabei nie in ellenlange Beschreibungen oder dergleichen ab. Die Geschichte ist in Ich-Form aus Adelice' Perspektive und in Gegenwart erzählt und man ist gefesselt, gespannt und fühlt mit.

Insgesamt war dieser Auftakt der "Cocoon-Trilogie" für mich ein voller Erfolg! Ich bin vor allem von der absolut orginellen Idee fasziniert, dass diese Welt aus einem Geflecht von Fäden des Lichts und des Lebens besteht. Es ist kompliziert zu erklären, aber mann kann sich das eigentlich nur grob gedanklich vorstellen. Ich stelle es mir so vor, dass wirklich sogar die Luft vor mir dann von einem für mich unsichtbaren und für die Webjungfern leicht golden leuchtendem Strickmuster durchzogen ist. Ein Menschenleben ist ein Faden, der ganz leicht herausgerissen werden kann. Es ist faszinierend sich diese Welt vorzustellen, doch man vergisst nie beim Lesen, dass es sich hier um eine Dystopie handelt. Die Menschen leben unterdrückt, kontrolliert und haben praktisch keine Rechte, als sich dem "wohl geordneten" System unterzuordnen. Adelice ist mir sympathisch, weil sie stark bleibt und beweist, dass sie mit der Zeit auch auf eigenen Beinen stehen kann. Einen halben Punktabzug gibt es, weil Adelice manchmal doch zu distanziert gewirkt hat und ihr Verhalten ab und zu sprunghaft ist. Das Ende ist ein gemeiner Cliffhanger und ich warte schon auf Band 2!

Fazit:
4,5 von 5 Punkten! :)

*Fotos*

Kommentare:

  1. Tolle Rezi! Ich möchte das Buch unbedingt auch bald lesen, meine Wunschliste wächst schon wieder. Ich finde ohne Cover sieht es sogar noch schöner aus. Bei dem Cliffhanger kann man nur hoffen das der zweite Band bald erscheint.

    glg Nadja

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  2. Danke! ♥ Kenne ich nur zu gut. ^^ Jep, sehe ich auch so! :)

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  3. Ich fand die Weberei war etwas ZU detailliert :-)
    Aber Eric hat mir auch sehr gefallen :-)

    Glg
    Steffi

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  4. Der Inhalt klingt wirklich interessant, aber ich finde das Cover so abschreckend -.-

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  5. Und du ließt "Rot wie das Meer"??? Das fand ich ja große Klasse :)

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  6. Mmmh, alle sind so begeistert von dem Buch, aber gerade bei solchen Hypebüchern traue ich mich selten, selbst zu zugreifen... Warum ist das eigentlich immer so? :/

    Ich hab dich getaggt!
    http://herzensgeschichten.blogspot.de/2012/11/ganz-gemein-getaggt.html

    Ganz liebe Grüße ♥

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  7. Hey :)

    schöne Rezi zu einem anscheinend guten Buch. Wobei die Cover ja wie wir wissen oft so gestaltet sind das sie hübsch aussehen und selten was mit dem Inhalt zu tun haben :>

    Wie ist denn die Schrift in dem Buch gehalten? Großzügig oder klein und voll gepackt? ^^

    LG
    Romi

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  8. Danke! ♥

    Mir persönlich hat Jost mehr gefallen. :D

    Ja, das Cover ist vielleicht nicht für jeden was *hust* besonders für Männer. :D

    Ich hab keine Ahnung! Ich finde, das Buch ist gar nicht so ein "Hypebuch", ich hab bisher kaum Rezensionen davon gelesen... ^^ Kann aber noch werden. ^^ Vielleicht schwimmst du einfach nicht gerne mit dem Strom. ^^

    Jaa, leider kennen wir das mittlerweile nur zu gut. ^^ Schriftgröße ist normal und die Seiten sind nicht voll gepackt. :)



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Danke für dein Kommentar! :) ♥