[Rezension] Earth Girl - Die Prüfung - Janet Edwards

Infos zum Buch:
Autor/in: Janet Edwards
Preis: 9,99€ (T)
Seiten: 448
Originaltitel:
Verlag: Rowohlt
Reihe: "Earth Girl"-Trilogie
  1. Die Prüfung
  2. ?
  3. ?

Klappentext:
Sie kommt von der Erde. Ihr Schicksal steht in den Sternen.
Jarra ist ein «Earth Girl». Während sich der Rest der Menschheit aufmacht, fremde Galaxien zu entdecken, ist Jarra zu einem Leben auf dem alten Heimatplaneten verdammt: Aufgrund eines Gendefekts kann sie nicht teleportieren. Sie gehört zu den Ausgestoßenen, den Wertlosen. Aber Jarra hat einen Traum: Sie will normal sein, will wie alle anderen studieren. Ihre Leidenschaft ist die Frühgeschichte – der faszinierende Zeitraum vor Erfindung der Portaltechnik. Damals lebten die Menschen in riesigen Städten wie New York, die heute nur noch Ruinen sind. Um ihren Traum wahr werden zu lassen, muss Jarra ihre Identität ver­leugnen. Sie ist bereit, diesen Preis zu zahlen. Doch als ein schreckliches Unglück droht und nur Jarra es aufhalten kann, beginnt sie sich zu fragen, ob es wirklich so erstrebenswert ist, normal zu sein ...

Meine Meinung:
Das Cover ist ein Blickfang für sich. Zwar ist wieder mal ein ausdrucksloses Mädchengesicht darauf abgebildet, aber der Rest des Covers macht dies wieder wett. Das Gesicht wird nämlich von einem Kreis umrahmt, das sehr wahrscheinlich ein Planet darstellen soll. Dieser scheint bläulich weiß zu leuchten, sodass man unmittelbar das Universum vor Augen hat. Zum Rand hin wird es immer dunkler bis es in schwarz übergeht. Ich finde es wunderschön und es passt ebenfalls gut zur Story! Der Titel "Earth Girl" ist auch passend gewählt und er hört sich auch toll an. Was mir weniger gefällt ist der Untertitel "Die Prüfung" da sich solche immer ziemlich durchgekaut anhören.

Jarra, 18 Jahre alt, ist ein Earth Girl, ein Neander, ein Affe und eine Behinderte. So werden jedenfalls die Menschen im Jahre 2788 genannt, die auf der Erde "festsitzen". Denn mittlerweile gibt es schon lange die Portaltechnologie und in der Vergangenheit sind viele Planeten entdeckt und von Menschen besiedelt worden, zwischen denen die meisten Menschen mithilfe der Portale teleportieren können. Doch Jarra bleibt dies wegen ihres Gendefekts verwehrt. Als ihre Eltern mitgeteilt bekamen, dass ihr Kind behindert geboren würde, gaben sie Jarra ab, so wie es die meisten Paare handhaben. Ab dem 14. Lebensjahr könnte Jarra Kontakt mit ihnen aufnehmen, doch warum sollte sie das tun? Ihre Eltern haben sich gegen sie entschieden und Jarras Leben mit ihrer ProMum Candace ist gut und sie wird sehr gut versorgt. Das Finanzsystem und überhaupt das ganze System ist sehr fortschrittlich und abgesichert. Warum braucht sie dann noch mehr Probleme, indem sie ihre echten Eltern kontaktiert?

Diese Dinge redet sich Jarra jedenfalls ein, doch in Wahrheit ist es überhaupt nicht so. Jarra ist tief verletzt und sie versinkt geradezu in Selbstmitleid. Ein Affe zu sein ist das Abwertendste, was man in Jarras Welt sein kann. Deshalb baut sie um sich herum eine mentale Schutzmauer und begegnet allen anderen mit einer oberflächlich selbstbewussten, stabilen und dominanten Persönlichkeit. Jarra ist verrückt nach Geschichte und möchte bald studieren. Doch dann kommt ihr die verrückte Idee, sich in eine Uni einzuschreiben, die nur Norms (Menschen ohne Gendefekt) besuchen und sich ebenfalls als solche auszugeben. Der Großteil des Kurses wird auf der Erde abgehalten, das wäre also kein Problem, denn sie könnte später die Uni wechseln. Sie denkt sich ein anderes Leben aus, als "JMT" die aus einer Miltärfamilie stammt. Sie deckt sich mit Militärwissen ein und schon geht es los. Ihr Rache-Plan: Wenn sich alle Norms mit ihr angefreundet haben, ihrer Show Glauben schenken und sie für ihre Intelligenz loben werden, wird sie ihnen urplötzlich eröffnen, dass sie behindert ist und anschließend hämisch lachend verschwinden.

Jarra ist enorm intelligent und weiß unheimlich viel, denn sie ist wirklich fasziniert von der Geschichte, was man auch im Laufe des Buches zu spüren bekommt. Doch manchmal lässt sie sich ziemlich impulsiv von ihren Gefühlen leiten und verirrt sich in wahnwitzige Ideen. Sie scheint Katastrophen magisch anzuziehen, gleichzeitig wird ihr wegen ihres Könnens und ihres Wissens auch viel Aufmerksamkeit geschenkt. Sie ist niemand, der sich schüchtern zurückhält und gibt immer gleich im ersten Moment alles, was sie kann. Sie ist ehrgeizig, aber auch amüsant, sehr direkt und eine sehr gute Schauspielerin.

Der Schreibstil von Janet Edwards ist wunderbar zu lesen. Direkt am Anfang bekommt man Jarras gesamte verkorkste Persönlichkeit ins Gesicht geschlagen, denn es geht damit los, dass sich Jarra ohne Punkt und Komma über die Norms und ihr eigenes "wertloses" Leben auslässt und sich selbst quasi bemitleidet. Es dauert dann auch nicht sehr lange, bis sich der berüchtigte Rache-Plan in ihrem Kopf entwickelt und als Leser hält man die Luft an, während Jarra kopfüber in ihr eigenes Verderben rennt. Natürlich ist einem klar, dass Jarras Plan eigentlich nur nach hinten losgehen kann. Man kommt sehr schnell in die Geschichte rein und ist sofort mittendrin. Immer wieder war ich restlos davon begeistert, wie kreativ und fantasievoll die Autorin sein muss, um so eine detaillierte, facettenreiche und dadurch sehr authentisch wirkende Zukunftswelt zu erschaffen! Die einzelnen Planeten (z.B. Erde, Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon u.s.w.) werden sehr schön mit ihren typischen und verschiedenen Charakteristika beschrieben, sodass man ein gutes und informatives Bild über sie bekommt. Die Geschichte wird durchgehend aus Jarras Sicht in Ich-Form und in Vergangenheit erzählt. Das Einzige was mich ein bisschen gestört hat ist, dass Jarra sehr oft das Wort "Schrumpfhirn" benutzt. Davon abgesehen, fand ich es sehr interessant, dass die Autorin absichtlich Flüche verändert hat, wie z.B. "Was zum Teufel!" wird zu "Was zum Chaos!". Wörter wie "Hintern" oder "Affe" gelten als moralisch inakzeptabel und abgesehen vom Beta-Planeten geht es relativ konservativ von statten.

Ich muss nun jeden einmal vorwarnen, der es in Betracht zieht sich dieses Buch zu kaufen. Dies ist ein Jugendbuch im Science-Fiction Bereich, es enthält also sehr detaillierte Beschreibungen von science-fiction-lastigen Szenen und es gibt viel Action und Spannung auch in Verbindung mit der Menschheitsgeschichte, historischen Ausgrabungen, dem Militär, Naturkatastrophen und Krisensituationen. Die beschriebene Zukunftswelt ist nichts, was wir bereits kennen und der Plot ist, so weit ich weiß, originell. Die Diskriminierung von den "Affen" ist ebenfalls ein wichtiger Aspekt und dann gibt es ebenfalls eine tolle Liebesgeschichte, welche sich vollkommen natürlich und nicht zu schnell entwickelt. Ich muss einfach erwähnen, dass dieses Buch wirklich nicht jedem gefallen wird, denn dafür ist es zu speziell. Die Geschichte ist fesselnd, mal was vollkommen anderes und eine tolle Abwechslung zum ganzen 08/15-Kram. Janet Edwards eröffnet mit diesem Auftakt zu einer Trilogie etwas Neues und Aufregendes. Ich persönlich habe es von der ersten Seite bis zur letzten Seite geliebt und mich durchgehend unterhalten gefühlt! Ich war zwar nicht hundertprozentig mit dem Ende zufrieden, freue mich aber sehr auf die Fortsetzung.

Fazit:
5 von 5 Punkten! :)
Science Fiction der ganz feinen Art!

Kommentare:

  1. Eine tolle Rezi. Ich denke das Buch wandert bei Amazon gleich unter die Bücher, die ich im Auge behalten muss. :)

    LG
    Lilly

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  2. Ich hab mir das Buch jetzt getauscht. Bin schon ganz gespannt drauf :)

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  3. @May: Danke dir! ♥

    @Lilly: Auf jeden Fall. :) Danke! ♥

    @Mendea: Ganz viel Spaß damit! :)

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  4. Schön, schön!
    Mir das hat Buch auch gut gefallen :)

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  5. Schöne Rezi! Das Buch werde ich auf jeden Fall im Auge behalten. ;)
    Lg Steffi

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  6. Hey,
    wollten dich fragen, wie du dein Bewertungssystem gestaltet hast. Haben auch eins, aber meins ist relativ langweilig. Kannst du uns verraten, wie du deins gemacht hast (keine Angst, wir klauen dir die Sterne nicht)Übrigens: superschöner Blog

    LG
    E.I.N Jugendromanblog

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Danke für dein Kommentar! :) ♥